Paulus van Husen

Publié le par Mémoires de Guerre

Paulus van Husen (26. Februar 1891 in Horst, heute Teil von Werne ; 1. September 1971 in Münster) war ein deutscher Jurist, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Mitglied der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis. 

Paulus van Husen

Er stammte aus einer katholischen Arztfamilie und war Teilnehmer des Ersten Weltkrieges. Nach seinem Abitur in Münster studierte und promovierte er in Rechts- und Staatswissenschaften in Oxford, München, Genf und Münster. Nach seinem Studium übernahm er 1921 das kommissarische Amt des Landrates in Rybnik. 1934 wurde er zum Richter am Preußischen Oberverwaltungsgericht ernannt. Er war Teilnehmer des Zweiten Weltkrieges im Range eines Rittmeisters der Reserve. Paulus van Husen, ein Freund von Hans Lukaschek, gehörte seit 1941 dem Kreisauer Kreis an. Van Husen kam mit Moltke über die schlesische Zentrumspartei in Kontakt. Sein Anliegen im Kreisauer Kreis war die Klärung der Rechtsfragen sowie die Bestrafung der Kriegsverbrecher. Er wurde den Attentätern des 20. Juli 1944 zugerechnet und im Oktober 1944 von der Gestapo verhaftet.

Obwohl er in die Attentatspläne eingebunden gewesen und nach den Plänen der Verschwörer für das Amt eines Staatssekretärs in der neuen Reichsregierung vorgesehen war, konnte ihm nichts nachgewiesen werden. Gleichwohl wurde er im April 1945 vom Volksgerichtshof in dessen letzter Sitzung zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Wenige Tage später wurde er von der Roten Armee aus dem Berliner Strafgefängnis Plötzensee befreit. Husen gehörte wie Otto Heinrich von der Gablentz zu den Mitbegründern der CDU in Berlin. Im Auftrag der US-amerikanischen Militärregierung in Berlin baute er eine Verwaltungsgerichtsbarkeit auf. 1948 wurde er Richter am Bizonalen Deutschen Obergericht in Köln. 1949 wurde Paulus van Husen von der nordrhein-westfälischen Regierung Arnold (CDU) zum ersten Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster berufen, in der Folge Präsident des 1952 errichteten Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen. 1959 ging van Husen in den Ruhestand. 

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