Earl Cameron im Alter von 102 Jahren gestorben

Publié le par Der Spiegel

Earl Cameron ist tot. Er war der erste schwarze Filmstar in Großbritannien, spielte im Rentenalter noch Rollen in Blockbustern. 

Earl Cameron wurde im Mai 2009 mit dem Orden Commander of the Most Excellent Order of the British Empire ausgezeichnet WPA Pool/ Getty Images

Earl Cameron wurde im Mai 2009 mit dem Orden Commander of the Most Excellent Order of the British Empire ausgezeichnet WPA Pool/ Getty Images

Der britische Schauspieler Earlston "Earl" Cameron ist tot. Der TV- und Filmstar, der als einer der ersten schwarzen Schauspieler in Großbritannien Erfolge feierte, starb im Alter von 102 Jahren, wie seine Familie am Samstag mitteilte.

Cameron begann während des Zweiten Weltkrieges eher zufällig mit der Schauspielerei. Während er als Tellerwäscher arbeitete, habe ihn ein Freund als Ersatz für einen ausgefallenen Darsteller einer Nebenrolle in einem Theaterstück vermittelt, schilderte er der "Royal Gazette" von Bermuda seinen Einstieg. Er sei dabei fürchterlich aufgeregt gewesen, doch "es war immer noch besser, als Teller zu waschen".

Nach einigen Theaterrollen startete seine Leinwandkarriere 1951 mit einer Hauptrolle in dem Film-Noir "Pool of London". In dem Streifen spielte er einen schwarzen Matrosen. Die Rolle dürfte ihm leichtgefallen sein, da er 1939 tatsächlich selbst als Matrose auf einem Handelsschiff nach London gekommen und dort geblieben war.

1965 übernahm er einen kleineren Part in dem James-Bond-Film "Feuerball", 1973 war er in "A Warm December" zu sehen, bei dem Sidney Poitier Regie führte. Auch in der populären britischen TV-Serie "Doctor Who" wirkte er mit. In den Nullerjahren war er unter anderem in "Die Dolmetscherin" mit Nicole Kidman und "Inception" mit Leonardo DiCaprio zu sehen.

Für sein Lebenswerk wurde Earl Cameron im Mai 2009 mit dem britischen Orden Commander of the Most Excellent Order of the British Empire ausgezeichnet.

Zahlreiche Schauspieler und Politiker bekundeten nach Camerons Tod am Samstag ihre Anteilnahme. Der "Guardian" würdigte ihn als "Großbritanniens ersten schwarzen Filmstar". Bermudas Regierungschef David Burt sagte, der gesamte Inselstaat feiere "das lange und bemerkenswerte Leben" des Schauspielers. "In einer Zeit, in der sich die ganze Welt mit der Geschichte der farbigen Menschen beschäftigt, lässt uns Earl Camerons Leben und Vermächtnis innehalten und uns daran erinnern, wie er Barrieren durchbrach und sich weigerte, sich auf das zu beschränken, was seine bescheidenen Anfänge ihm vorgegeben haben mögen."

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