Gustav Hilger

Publié le par Der Spiegel

Gustav Hilger, 66, ehemaliger deutscher Botschaftsrat, und seit 1946 Rußlandberater in der Ostabteilung des State Department, erschien zu informativen Gesprächen auf Heimaturlaub in Bonn. 

 

Reichsaußenminister v. Ribbentrop unterzeichnet am 28. September 1939 im Kreml den Grenz- und Freundschaftsvertrag zwischen der Reichsregierung und der Regierung der UdSSR. Links neben ihm der sowjetrussische Botschafter in Berlin Schkarzew, Gustav Hilger und Friedrich Gaus; dahinter (von rechts) Stalin, Außenkommissar Molotow, der sowjetische Generalstabschef und Stellvertreter des Volkskommissars für Verteidigung Schaposchnikow und der deutsche Botschafter Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg.

Reichsaußenminister v. Ribbentrop unterzeichnet am 28. September 1939 im Kreml den Grenz- und Freundschaftsvertrag zwischen der Reichsregierung und der Regierung der UdSSR. Links neben ihm der sowjetrussische Botschafter in Berlin Schkarzew, Gustav Hilger und Friedrich Gaus; dahinter (von rechts) Stalin, Außenkommissar Molotow, der sowjetische Generalstabschef und Stellvertreter des Volkskommissars für Verteidigung Schaposchnikow und der deutsche Botschafter Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg.

Hilger war an der Ausarbeitung vor allem der Wirtschaftsverträge zur Zeit des Ribbentrop-Besuches in Moskau wesentlich beteiligt und fungierte als zweiter Mann unter Botschafter v. d. Schulenburg in Moskau. Während sein Chef in der Folge des 20. Juli hingerichtet wurde, war Hilger bis zum Zusammenbruch als Ost-Experte im Führer-H.Q. Er soll vergeblich eine vernünftigere Politik auch im Falle Wlassow vertreten haben. In der US-Internierung stellte Hilger sich dem State Department zur Verfügung, und es trat der seltene Fall ein, daß ein bis zuletzt unter Hitler dienender Beamter postwendend von den Washingtoner Rußlandspezialisten übernommen wurde.

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