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Publié le par Der Spiegel

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(Es) ist nicht gerichtsbekannt, daß (der SPIEGEL) in der besorgten (abfälligen oder herabwürdigenden) Weise berichtet. Eine solche generelle Feststellung läßt sich aus den zahlreichen der Kammer vorliegenden SPIEGEL-Heften und den darin enthaltenen Artikeln nicht treffen

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Die 9. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg im Urteil gegen den Verband Deutscher Brieftaubenliebhaber, der beantragt hatte, dem SPIEGEL zu untersagen, "sich mit den inneren Angelegenheiten" des Verbandes "zu befassen" (Nr. 26/1960).

DER SPIEGEL, obwohl von physisch Erwachsenen geschrieben, huldigt an sich einem generellen pubertären Nihilismus, der breitere Schichten der intellektuellen deutschen Halbwelt dadurch anspricht, daß er die Politik, nicht zuletzt demokratische Politik, schlechthin als einen Sumpf und die Handelnden als korrupt oder vertrottelt schildert, um sich als Letztinstanz unbestechlicher Kritik dann in zynisch-verächtlichen Sentenzen über das Gewürm allüberall in seiner Umwelt zu erheben. Daß diese geistig anspruchslose, prinzipielle Anti-Haltung seit einiger Zeit nun auch durch einen zwar nur durch die Blume geäußerten antijüdischen Affek ergänzt wird, hat symptomatische Bedeutung. Es kam wohl nicht von ungefähr, daß zum Beispiel gerade in den Wochen der Hakenkreuzschmierereien dieses Organ mit einer großangelegten Artikelserie den Versuch unternahm, die Nationalsozialisten von der Schuld am Reichstagsbrand zu entlasten. Die dort bewiesene Passion ,für das Recht drückt sich jetzt in einem Appell an die israelische Justiz aus, Massenmörder Eichmann, dessen Taten im übrigen vom SPIEGEL nicht beschönigt werden, im Interesse der moralischen Integrität des jüdischen Staates (!) nur zu der in der Bundesrepublik zulässigen Höchststrafe - lebenslanges Zuchthaus statt Hinrichtung- zu verurteilen.

"Neue Zürcher Zeitung" zum Eichmann-Titel in Nr. 25/1960.

Hier werden die ganzen Fakten zum Fall Eichmann, soweit man es prüfen kann, korrekt und einwandfrei wiedergegeben - es ist höchstens ein etwas mokanter Unterton, der einem da und dort als zum Thema schlecht passend auffällt. Aber dann kommt, mitten in einer sachlichen Wiedergabe, etwas Seltsames! Es wird nämlich versucht, aus israelischen Quellen nachzuweisen, daß Ben-Gurion den Fall Eichmann dazu ausnützen will, weitere, die drei Milliarden überschreitende Reparationen von der Bundesrepublik zu erpressen ... Wer es, wie der SPIEGEL, zu seinen wichtigen publizistischen Aufgaben zählte, die Echtheit des Anne-Frank-Berichtes in Frage zu stellen, wird kaum über die Bemerkung erstaunt sein können, daß da und dort für populäre Sensationen ein hoher Preis an Takt und Verantwortungsgefühl gezahlt wird.

Die "Satzburger Nachrichten" über den Eichmann-Titel.

Was sollte man auch dazu sagen, wenn ein deutsches Nachrichtenmagazin, angeblich Spiegelbild unserer öffentlichen Meinung, das Verhalten eines Pressebosses wie Werner Friedmann ... als

ein "Kavaliersdelikt" abtut ...? So kann man Werner Friedmanns "Teenager-Parties" nicht verharmlosen. In solchen Zeilen tritt eine erschreckende Aufweichung und Verneinung der die Grundlage unserer Gesellschaftsordnung bildenden Werte zutage, die mit einer absatzfördernden, journalistisch gebotenen Munterkeit absolut nicht entschuldigt werden kann. Es ist ein ungewolltes letztes Verdienst des Publizisten Friedmann, durch seinen Fall zu dieser Demaskierung gewisser öffentlicher Meinungsmacher beigetragen zu haben.

Der "Rheinische Merkur" in seinem Bericht zum Friedmann - Sommer- Prozeß über den Appell des Staatsanwalts Jorka, der mit Anspielung auf die SPIEGELGeschichte (Recht - Friedmann) in Nr. 26/1960 von der Gefahr eines Rechtsnihilismus gesprochen hatte.

Der SPIEGEL-Artikel, der Uwe Seelers Weg zum Ruhm kritisch (aber keineswegs unfreundlich) beleuchtet, dürfte für den Hamburger Mittelstürmer mehr Wert besitzen als seine Mitwirkung in 10 Länderspielen.

"Oberfränkische Volkszeitung".

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