Ermittlungen zu Buback-Attentat eingestellt

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Ermittlungen zu Buback-Attentat eingestellt

Die Ermittlungen zum RAF-Anschlag auf den damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback sind beendet worden. Grund dafür sind die hohen Strafen der Verdächtigen. 

Siegfried Buback - Verena BeckerSiegfried Buback - Verena Becker

Siegfried Buback - Verena Becker

Die Bundesanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen mehrere ehemalige RAF-Terroristen wegen des Mordes an Siegfried Buback eingestellt. "Ausschlaggebend für diese Entscheidung war vor allem, dass sämtliche Beschuldigte wegen vereinigungsbezogener Straftaten bereits langjährige Freiheitsstrafen verbüßt haben", teilte ein Sprecher der Behörde mit.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte die Ermittlungen gegen Sieglinde Hofmann, Waltraud Liewald, Adelheid Schulz, Angelika Speitel, Rolf Heißler und Peter-Jürgen Boock ins Rollen gebracht. Die Richter hatten die ehemalige Terroristin der Rote Armee Fraktion (RAF), Verena Becker, 2012 in dem wahrscheinlich letzten Prozess zum Buback-Attentat wegen Beihilfe zum Mord zu vier Jahren Haft verurteilt. Wer die drei erschoss, konnte allerdings nicht geklärt werden. Im Herbst vergangenen Jahres nahm dann die Bundesanwaltschaft Ermittlungen gegen die vier Frauen und zwei Männer auf. Es ging um den Verdacht der Verabredung oder Beihilfe zum Mord an Buback.

Das Gericht hatte in dem Prozess gegen Becker neue Informationen gewonnen. Demnach formierte sich die RAF im Jahr 1976 im Jemen zu einer neuen aktionsfähigen Gruppe. Diese habe in der sogenannten "Offensive 77" Terroranschläge auf führende Vertreter Deutschlands geplant. Die Ermordung von Generalbundesanwalt Buback sollte dafür der Auftakt sein.

Dieser Plan sei dann bei weiteren Treffen im Harz und in den Niederlanden weiterentwickelt worden, an denen laut Bundesanwaltschaft neben Verena Becker fast alle Mitglieder der sogenannten zweiten Generation der RAF teilgenommen haben. Deshalb wurden Ermittlungen aufgenommen gegen all diejenigen, die wegen des Anschlages noch nicht verfolgt worden waren.

Ausschlaggebend für die jetzige Einstellung der Verfahren sei dabei gewesen, dass alle Beschuldigten schon langjährige Haftstrafen verbüßt haben, was auf eine neue eventuelle Strafe angerechnet werden müsste. "Angesichts der danach zu erwartenden Strafe erscheint eine weitere strafrechtliche Einwirkung auf die Beschuldigten wegen des lange zurückzurückliegenden Attentats nicht mehr geboten", heißt es nun. Damit sind die wahrscheinlich letzten Ermittlungen zum Buback-Attentat beendet.

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