Reichsfinanzministerium - Das abrupte Ende einer Karriere

Publié le par Frankfurter Allgemeine - Rainer Hank

Franfurter Allgemeinepublished 18/11/2012 at 10:26 by Von Rainer Hank


Es ist die Opfergeschichte hinter der Tätergeschichte: Arthur Zarden war Staatssekretär im Reichsministerium der Finanzen. Die Nazis warfen ihn raus. Um der Folterung durch die Gestapo zu entgehen, stürzte er sich in den Tod.

Zarden ArthurAls man sich am Nachmittag des 10. September 1943 in Berlin bei der Reformpädagogin Elisabeth von Thadden zum Tee versammelte, ahnte keiner der Gäste, dass das Treffen zur Falle werden könnte. Die Gespräche waren lebhaft und drehten sich um den Sturz Mussolinis und den am Vortrag vereinbarten Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten und die Frage, ob dieses Ereignis womöglich zu einem baldigen Kriegsende führen könnte, was viele erhofften. Alle nahmen regen Anteil an der Konversation, auch der ehemalige Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Arthur Zarden.

Die Teegesellschaft kannte sich, man vertraute einander und scheute das offene Wort nicht. Niemanden hatte stutzig gemacht, dass an jenem 10. September ein Unbekannter unter den Gästen war, ein junger Mann, noch nicht dreißig. Paul Reckzeh, so hieß der Unbekannte, hatte am Tag zuvor bei Fräulein von Thadden angerufen, um ihr Grüße von einem gemeinsamen Freund aus der Schweiz auszurichten. Spontan wurde er eingeladen. Anscheinend hatten alle an diesem Nachmittag Anwesenden vergessen, was das erste Gebot im Überlebenskampf war: mit einem Unbekannten niemals über Politik reden.

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