Schrufsteller - Sieburg - Im Spiegel und am Fenster

Publié le par Der Spiegel von S. Titel

Im Sommer 1912 kam der neunzehnjährige Friedrich Sieburg zum ersten Male für wenige flüchtige Tage nach Paris. Der Atem der "Lichtstadt", in der sich die Idee "Frankreich" sammelte, hauchte ihn an und verzauberte ihn.

Schrufsteller - Sieburg - Im Spiegel und am Fenster

Was sein erstes Erlebnis von dem vieler anderer abheben sollte, denen Paris gleichfalls zum Sinnbild des Traums vom vollen festlichen Leben wurde, war die Vorahnung eines Schicksals, das sich für ihn an und mit Frankreich vollziehen sollte.

Der Schriftsteller und Journalist Sieburg erinnerte sich, Jahrzehnte nach diesen sommerlichen Vorkriegstagen, als er die Mitte seines Lebens längst überschritten hatte, eines Augenblicks auf der damaligen Avenue du Bois de Boulogne, in dem sich bildhaft Vor-Freude und Vor-Trauer alles Künftigen zusammenfaßten: "Blumengeschmückte Landauer mit lachenden Frauen fuhren die Avenue entlang, der Fahrweg war dicht gesäumt von Menschen, die dem Corso zujubelten. Ein Mann neben mir, der einen spiegelblanken Zylinderhut trug, warf einen großen Veilchenstrauß in einen vorüberfahrenden Wagen, die Pferde trugen Blumen am Kopfzeug, eine blonde Frau im weißen Spitzenkleid fing den Veilchenstrauß auf und lachte den Spender an. Der Blick, den die beiden Menschen miteinander tauschten, ist mir noch heute gegenwärtig. Es war ein langer Blick, ohne Unsicherheit oder Flüchtigkeit, gleichsam ein reifer Blick, voll Mitwisserschaft und geladen mit einem offenen Geheimnis, das alle Menschen um mich zu verstehen schienen nur ich nicht.

"Ein unbekannter Schauder überlief mich, und es erschien mir ganz hoffnungslos, jemals in den Lebensbereich eintreten zu können, in dem sich dieser Blickwechsel abspielte."

Friedrich Sieburg, der Neunzehnjährige, ahnte noch nicht, daß er seine "schönsten Jahre" im ausgehenden französischen Lebensfest verbringen, daß Frankreich ihm literarischen Ruhm und ein reicheres Leben schenken sollte. Er ahnte aber auch noch nicht, daß an seiner Person wie an kaum einer anderen das Hoffnungslos-Vergebliche deutsch-französischer Bemühungen umeinander sichtbar werden sollte und daß er die schönsten Jahre seines Lebens einmal mit den bittersten würde zu zahlen haben.

Als Sieburg zum zweiten Mal französischen Boden betrat, war Krieg. Zwischen dem Paris seiner Zukunft und ihm lag das Marnewunder, das in seiner letzten Auswirkung, 1918, Frankreich noch einmal für eine kurze Stunde der Geschichte vor sich und den anderen Völkern des Kontinents seinen europäischen Vorrang bestätigte.

Als der Krieg zu Ende war, holte sich Philosophiestudent Sieburg den Doktorhut an der heimatlichen Universität Münster (1919) und brach nach einem Berliner Zwischenspiel voll Hunger und Erwartung in der Silvesternacht 1923/24 nach Kopenhagen auf.

Dort stand er, verfroren im dünnen Mäntelchen, an den Bauzäunen der Öster-Sö-Gade, während der eisige Wind über den Schwarzen Damm-See blies und ihm die Finger erstarren ließ, die Bleistift und Notizblock hielten. Er las die an die Planken angeschlagenen großen dänischen Zeitungen, "Berlingske Tidende" und "Politiken", die selber zu halten er kein Geld hatte. Das Einzige, was ihm tüchtig einheizte, war sein Ehrgeiz.

Damals schrieb er über "Wild und Hund" und ähnlich aufregende Themen. Denn: "Niemand hatte auf mich gewartet, und über Kunst, Politik und Literatur schrieben schon hundert andere." Zu den Abnehmern seiner kleinen Artikel gehörte zuweilen auch die Königin der deutschen Zeitungen, die "Frankfurter". Für sie verfaßte er dann auch über die große nationale Konditor-Ausstellung in Kopenhagen ein Riesen-Feuilleton Wie er diese Ausstellung gesehen und was alles er beobachtet hatte, ließ die Redakteure der "Frankfurter", die einen starken journalistischpädagogischen Trieb hatten, stutzig werden. Sieburg: "Das war der größte Erfolg meines Lebens. Da war ich ein gemachter Mann."

Er kaufte sich ein Paar Wollsocken, die er heute noch zum Vorweisen aufbewahrt. Dann verließ er Kopenhagen, machte ein paar Wochen Zwischenstation in der Zentrale der "Frankfurter", hörte sich viele väterliche Ratschläge an ("Sie gehen nach Paris, Sieburg, merken Sie sich eines: die Abgeordnetenkammer wird nie aufgelöst." Oder: "Sie, junger Mann, Sie gehen nach Paris? Merken Sie sich das: geben Sie dem Hauptwort nie mehr als ein Adjektiv!") und sah sich auf einmal wie im Märchen als Korrespondent in die wichtigste Außenstelle der angesehensten deutschen Zeitung versetzt, nach Paris. Mit zweiunddreißig Jahren.

Paris war damals als Korrespondentenposten, was heute Washington ist. "Frankreich war die Hauptsiegermacht. Es trieb seine Rechtstitel aus dem Versailler Vertrag rücksichtslos ein", schreibt Karl Epting in "Generation der Mitte"*) und berichtet, wie gründlich sich die Deutschen in jenen Jahren mit der französischen Hegemonialpolitik und ihrem internationalen Instrument, dem Völkerbund, auseinanderzusetzen hatten, als die deutsche Politik von den französischen Ansprüchen, Forderungen und Verträgen weithin bestimmt wurde.

Das Interesse für Frankreich war damals in Deutschlands politisch-geistig aktiven Kreisen so stark wie nach dem zweiten Weltkrieg der Hunger nach Orientierung über die USA. Auf diese Situation traf Sieburgs erstes großes Buch "Gott in Frankreich?" und gab in einer Fülle frisch beobachteter Erscheinungen französischen Lebens eine exakte, verblüffend neuartige Analyse des westlichen Nachbarn. Es wurde ein Riesenerfolg. (1935 hatte die deutsche Auflage eine Höhe von 85 000 Stück erreicht. In Kürze erscheint im Societäts-Verlag eine Neuauflage.) Vieles, was der damals erst vier Jahre lang amtierende Korrespondent der "Frankfurter" zu sagen hatte, ist inzwischen zum Gemeinplatz geworden. Damals war es Sieburgsches Neuland.

Karl Epting konnte in "Generation der Mitte" schreiben: "Das große journalistische und dichterische Werk, dessen Wirkung nur mit Madame de Stäels ''De l''Allemagne'' verglichen werden kann, hat eine ganze Epoche deutsch-französischer Beziehungen mitgeformt. Mit wenigen Strichen hat Sieburg den Deutschen ein Frankreichbild hingemalt, das in seiner Geschlossenheit zwingend war ...

"Sieburg ist denn in den dreißiger Jahren auch in einem unvorstellbaren Maß von weniger begabten Schriftstellern ausgeschrieben worden. Seine Bilder und Urteile wanderten in kleiner Münze in die Leitartikel und Feuilletons fast aller deutscher Tageszeitungen. Auch für uns ist Sieburg durch sein Buch - und fast ebenso durch seine täglichen Artikel in der ''Frankfurter Zeitung - zum ersten Führer in der geistespolitischen Auseinandersetzung mit dem anderen Lande geworden und später auch geblieben, denn fast alles, was zum deutsch-französischen Problem in dieser Zeit überhaupt gesagt werden konnte, ist von ihm durchdacht und formuliert worden."

Kritik und Sympathie mischten sich in "Gott in Frankreich?", daß sie nicht mehr zu trennen waren. Anders als die Bewunderer Frankreichs, die im Genuß seiner alle Lebensäußerungen durchdringenden Kultur verharrten oder sich für herausgelöste Erscheinungen der Literatur, der Malerei, der Gesellschaftskultur begeisterten, weigerte sich Sieburg, Teile an Stelle des Ganzen des französischen Daseinsstils zu nehmen.

Auf der Suche nach den Quellen französischer Größe stieß er immer auch auf die Ursprünge französischer Schwäche. In einen "Kulturaustausch" konnte er keine Heilserwartungen setzen. Denn die große französische Kultur erkannte er als so unduldsam und selbstherrlich wie die geschichtliche Idee Frankreichs, die in der Nation lebte Hier sollte sein Dilemma seinen Anfang nehmen: eine Kultur, die identisch ist mit einer Nation in allen ihren Verwirklichungen, bewundernd in sich aufzunehmen und zugleich zu wissen, daß nur unter Aufgabe dieses Wunderwerkes geistig-nationaler Selbstdarstellung Frankreich zu Europa finden könnte, nachdem es unmöglich ist, Europa zu französieren.

Schon in der brillanten Einleitung zu "Gott in Frankreich?" geistert die Melancholie dieses Gedankens, die sich später, parallel zum eigenen Erleben und dem jäh fortschreitenden Völkerschicksal bis zum wehmütigen Abschied von einer ganzen Welt steigern sollte. Er schreibe über Frankreich, sagte Sieburg damals:

* "weil es mir schwerfällt, in der Entwicklung von der Schlamperei zur Hygiene das menschliche Glück zu erblicken;

* "weil ich schwach genug bin, mich in einem altmodischen und unordentlichen

Paradies lieber aufzuhalten als in einer blitzblanken und trostlosen Musterwelt;

* "weil Frankreich sich bremsend an die Rockschöße einer in voller Fahrt begriffenen Menschheit hängt, von der es nicht weiß, ob sie in die Sterne oder in den Abgrund saust;

* "weil endlich Klarheit darüber geschaffen werden muß, ob Gott wirklich französischer Nationalität ist und ob wir uns ohne ihn einrichten müssen, wenn das der Fall ist ..."

"Ist Gott Franzose?" lautet die pointierte Kernfrage des Buches. Die unerhörte Selbstsicherheit der Franzosen, mit der sie im Laufe einer blutigen, aber bewunderungswürdig geschlossenen Geschichte immer wieder auf ihren Vorrang vor den anderen Völkern der Erde gepocht haben, wird nach Sieburg am klarsten sichtbar in der Erscheinung der Jeanne d''Arc.

Er zitiert einen unheimlichen Satz der Jungfrau: "Wer gegen das heilige Königreich Frankreich Krieg führt, führt gegen den König Jesus Krieg." Der religiöse Nationalismus des Landes der "allerchristlichen Könige" mußte in einer glaubenslos gewordenen Welt dazu führen, daß Frankreich die Werte moralischer Gesittung gegen seine Feinde ins Feuer führte. Sieburg: "Hier waltet ein moralischer Imperialismus, der, um in Johannas Sprache zu bleiben, darauf hinausläuft, daß die Götter der anderen Nationen falsch sind."

Die Geschlossenheit der französischen Kultur erfüllte die nationale Idee mit hochmütiger Kraft. Die Überzeugung vom französischen Bildungsmonopol, das folgerichtig aggressiv ist, begleitet wie ein Schatten den politischen Hegemonieanspruch durch die Geschichte Frankreichs.

Sieburg sagt dazu: "Der Kampf, den Frankreich um die Behauptung seines Bildungsmonopols führt, richtet sich in allen Schattierungen dieser Bildung gegen uns. Wenn der Franzose den goût (guten Geschmack) für sich in Anspruch nimmt, so meint er damit zugleich, daß wir ihn nicht haben, und sucht es an unseren Denkmälern, Bahnhöfen, philosophischen Schlüssen, Theaterstücken und Ministerreden zu beweisen ... Ob es sich nun um unser Verhältnis zum Schicksal oder zum Essen und Trinken handelt, unser Verhalten wird unter allen Umständen an der französischen Norm gemessen - und verurteilt ..."

Dennoch ist Sieburg dem Gehalt dieser Gesinnung und Gesittung, die fremde Eigenart nur unter, nie neben sich duldet, verfallen.

Er meint, Frankreich habe ihn gelehrt, ein Mensch zu sein. Er wird in seinen Schriften nicht müde, von der Kunst des verträglichen Zusammenlebens zu berichten, die er bei Herzoginnen und Taxichauffeuren, in der Metro wie im Salon erlebt hat.

Quer durch Sieburgs Werk zieht sich der Gedanke der humanen Gesellschaft, den er so faßt: "Ich diene dem Ideal der Verträglichkeit. Ich will alles fördern, was das Zusammenleben der Menschen fördert."

Und als bitterer Schluß: "Aber den Deutschen fehlt jedes Talent zum Wohlwollen, ebenso wie ihnen jedes Talent zur Moral fehlt. - Verträglichkeit suche ich mit allen Mitteln zu predigen. Natürlich ohne den geringsten Erfolg."

Allerdings fehlt Sieburg jedes Talent zum Musterreisenden einer Moral der Verträglichkeit, der die abgeschabte Wachstuchtasche des Apostels mit sich führt. Dem Schauen und Erfühlen der überströmenden Welt hingegeben, hat er sich bis an die Grenze eines kultivierten Snobismus zum Ästheten herangebildet, dem alles Häßliche zuwider wird.

Die Kleidung des Sechzigjährigen ist auserlesen. Die Farben sind raffiniert behutsam aufeinander abgestimmt. Seine Dachwohnung, hoch am südwestlichen Rande des Stuttgarter Kessels über der Stadt gelegen, ist von alten Möbeln, Porzellanen, Stichen und Stoffen harmonisch erfüllt.

Die ständige Schule des Anschauens, die ihm Paris bot, ist unverkennbar. Bis zum letzten Augenblick hat Sieburg genossen, was Frankreich an Schönheit vor ihm ausbreitete. Literarisches Zeugnis dafür ist sein 1950 erschienenes Erinnerungsbuch: "Unsere schönsten Jahre. Ein Leben mit Paris."*)

Ganz anders angelegt als das auf Klärung französischen Wesens und deutschen Gegensatzes zielende "Gott in Frankreich?", ist dieses Buch eine intime Abschiedsfeier von einer Welt, der er Dauer gewünscht hätte, die aber, wie ihm sein Verstand sagt, unrettbar dem Verfall preisgegeben ist.

Die essayistischen Erzählungen des Bandes schwimmen immer wieder hinüber in eine mit lyrischen Mitteln erzeugte Abschiedsstimmung. Der geheime Dichter, der sich in Sieburg dem Zwang der genauen journalistischen Aussage in der Regel unterwerfen muß, spricht sich hier aus. Das ganze Buch ist bei aller Vielfalt anschaulicher Szenen fast ein lyrisches Prosagedicht über den Abschied Sieburgs von Paris. Schon die Kapitelüberschriften lassen das erkennen. "Erlisch nicht, Licht!", "Dies alles muß ich verlassen", "Leb wohl, Ufer!", "Die Schwalben fliegen hoch", das sind alles Strophenanfänge einer Ein-Mann-Elegie, deren Hauptperson der Verfasser ist, der sich im letzten Glanz einer untergehenden Welt bespiegelt.

Sieburgs Vorliebe für den Spiegel als literarisches Motiv ist kein Zufall. Der unablässige Beobachter braucht den Spiegel zur kontrollierenden Selbstbeobachtung. Im Schauspiel Welt, das zu beschreiben seine Lust ist, zeigt er höchstes Interesse für den Sieburgschen Part. Er wird magisch angezogen vom Spiegel, der ihm sein eigenes Bild zurückwirft, nimmt sein eigenes Agieren aber dann als sinnbildhaft für ein größeres Schauspiel, das sich hinter seinem Rücken vollzieht. So bezieht er in "Unsere schönsten Jahre" Sieburgs Abschied von der Welt französischer Gesittung auf den Abschied Frankreichs von sich selber.

Ein Kapitel schildert eine nächtliche Gartengesellschaft in Passy. Zwei schöne junge Frauen stehen da auf der Gartentreppe, und mit Bestürzung hört Sieburg. wie ein politischer Streit zwischen den beiden laut wird (es geht um die Nichteinmischung in den spanischen Bürgerkrieg). Im gleichen Moment, in dem eine bis dahin gewahrte Übereinkunft, im Rahmen geselliger Festlichkeit nicht politisch zu streiten, verletzt wird, fliegt sich ein Vogel an einem Spiegel, der in eine Taxushecke eingelassen ist, den Kopf ein. Die eine der beiden streitenden Frauen, Nora, nimmt das sterbende Tier auf: "Nora blickte, während sie ihre kräftige ringlose Hand nach dem verletzten Vogel ausstreckte, flüchtig in ihre eigene Spiegelung, o, nur ganz flüchtig, aber doch genau genug, um in ihrem Auge ein kleines Licht aufflammen zu lassen. Sie gefiel sich."

Sieburg liebt diese Attitüde der schnellen aber sicheren Vergewisserung, daß die eigene Rolle im Schauspiel der Gesellschaft gefällt, aber er ist ironisch genug, sie an einem Manne, dessen narcißhaftes Dasein ihn fasziniert hat, bis zur schonungslosen Absage an das eigene, so glänzend durchgespielte Leben zu treiben.

In "Blick durchs Fenster"*), einem Band (teils historischer) Porträts und Miniaturen aus Frankreich und England, zeichnet er das Leben Chateaubriands nach, des Diplomaten und homme de lettres, der vom selbstbewußten Gefolgsmann des Korsen zu dessen - in seiner eigenen Einbildung - großem Gegenspieler wurde. Sieburg entläßt ihn aus seiner Erzählung, als Chateaubriand, nun Botschafter in Rom, "vor dem Kamin im Palazzo Simonetti" lehnt, "unverwandt sein eigenes Spiegelbild betrachtend. Denn dieser göttliche Narcissos steht vor diesem Stück Glas wie auf dem höchsten Gipfel seines großartigen Lebens. Wir stellen uns vor, daß seine Gattin, durch das plötzliche Schweigen beunruhigt, jedoch ohne im Sticken einzuhalten, mit sanfter Stimme fragt:

''Was tun Sie eigentlich. Herr von Chateaubriand?''

''Ich sehe in den Spiegel, Frau von Chateaubriand!''

''Was sehen Sie dort?''

''Nichts!''".

In bewußter Selbstdarstellung gibt sich Sieburg in dem Kapitel "Der zerbrochene Spiegel" ("Unsere schönsten Jahre") einen Spiegel in die Hand, als er, der vor dem Puppentheaterchen im Tuileriengarten nach der Vorstellung eingeschlafen ist, im Traum sich selbst winzig klein die Bühne betreten sieht. Jugend, Reife, Tod und Alter spielt ihm die Puppe vor, die er selber ist. Am Ende heißt es: "Unberührt schaute ich zu, wie das Bild auf der kleinen Bühne kahler wurde. Die Stämme des Waldes von früher waren wieder da, aber sie bildeten kein Dickicht mehr, sie standen weit auseinander. Nebel zog zwischen ihnen dahin, verhüllte sie und ließ sie schattenhaft dünn wieder auftauchen. Der Mann in der langsam verödenden Landschaft war nicht mehr jung, der Spiegel in seiner Hand war zerbrochen. Die Stämme bogen sich leicht unter dem Wind. Es wehten Blätter über die Bühne, totes Laub und der Mann, der ich war, begann zu wandern. Er ging vorbei, - an was vorbei, an wem vorbei? Vorbei, vorbei."

Vorbei war für den Erwachenden nicht sein Leben, wohl aber sein Leben mit jenem Frankreich, das nicht nur seinen Stil geformt, sondern ihm auch seine literarische Existenzform gegeben hatte. Er war während seiner französischen Jahre homme de lettres geworden. Diese schwer übersetzbare Bezeichnung für einen Menschen, bei dem sich Leben und Schreiben völlig durchdringen, wird in Deutschland nicht gern gehört.

Denn einmal setzt es eine geistige und dennoch wirklichkeitsfeste Gesellschaft voraus - weit entfernt vom germanischen Ästheten-Tee - , die Deutschland immer nur inselhaft gekannt hat, und die den "homme de lettres" als Ordner und Mittler braucht, dann aber klingt es auch an den "homme du monde", den weltläufigen Mann an, der die "Welt" im gesellschaftlichgeographischen Doppelsinne des Wortes erfahren hat.

Beides traf für Sieburg zu. Die "geliebte Ferne" lockte ihn, der in seiner Anfälligkeit gegen ihre Versuchung ganz unfranzösisch und sehr deutsch war, immer wieder aus seinem Pariser Lebenskreis heraus. Große Reisen unterbrachen - außer einer dreijährigen Korrespondenten-Tätigkeit für die "Frankfurter" in London, wo er Kircher nachfolgte - seinen Dienst in der Pariser Knochenmühle, in der er drei Ausgaben seiner Zeitung täglich zu bedienen hatte.

Neugier und Sehnsucht führten ihn nach Polen und Portugal, nach Afrika, mit dem Eisbrecher "Malygin" in die rote Arktis und schließlich, 1938, auf Ostasienfahrt nach Japan.

Immer wurden aus den Artikeln über diese Reisen Bücher*), die, genau so wie seine früheren Frankreich-Bücher, fast alle in wohltuend-verregneten südenglischen Sommerferien geschrieben wurden.

Die besten Kapitel seiner Reisebücher erschienen zu einem Brevier zusammengefaßt 1952 unter dem Titel "Geliebte Ferne" neu.

Sein Ziel bei allen Reisen war, den Deutschen ein Fenster zur Welt zu öffnen und die Enge aller dogmatischen Meinungen in der freien Luft der Länder und Meere verwehen zu lassen.

Weltweite und Welterfahrung aber waren in der deutschen Literatur notorische Mangelware. Aus einer qualvollen Enge heraus, außerhalb einer vermittelnden, ausgleichenden geistigen Gesellschaft, bestenfalls vom schmalen Stützpunkt eines Zirkels aus, haben die deutschen Genies und Dichterlinge ihre einsamen babylonischen Türme und Türmchen in den Himmel der Ideen gebaut. Kein Zufall, daß der große Gesellschaftsroman in Deutschland so selten ist. Literatur und Gesellschaft sind kaum je zusammengekommen. Auch hier fehlt die Einheit der geistigen Nation, die Sieburg an Frankreichs Beispiel demonstriert hat.

Frankreich gab Sieburg noch mehr als Existenzform und Namen: seine Sprache ist der französischen durchaus verpflichtet.

Ihr Verhängnis ist nur, daß sie an einer fremden kontinuierlichen Sprach- und Gesellschaftswelt wuchs, aber dennoch deutsch bleiben mußte, so daß sie ohne das nach allen Seiten Verbindende allein im deutschen Sprachraum stand, und daß sie aus einer ganzen Welt genommen war, die dahingehen mußte.

Das "juste milieu", die selbstgenügsame Gemütlichkeit französischen Daseins, könnte zwar für Frankreich noch eine Zeit dauern, aber die übrige Welt kann sich diesen französischen Luxus nicht mehr erlauben.

Frankreich, so etwa meint Sieburg, befindet sich in der ärgerlichen Situation des Mannes, von dem die Nachbarn verlangen, daß er acht Stunden am Tage arbeiten soll - weil das Gemeinwohl auf seine vier Stunden Mehrarbeit angewiesen ist. Ihm selber genügt der Lohn für vier Stunden, und er will nicht arbeiten. Er wird es dennoch müssen. (Nur, so hofft Sieburg, nicht gerade von den Deutschen dazu angetrieben.) In jedem Falle aber werden mit seinen vier zusätzlichen Mußestunden auch alle menschlichen Errungenschaften dieser Muße schwinden, zugunsten einer tüchtigeren, aber weniger liebenswerten Welt.

Bei aller objektiven Einsicht in diese Vorgänge sollte für Sieburg dennoch eine heftige, ganz private Erbitterung kommen, als "seine Franzosen" ihm die Richtigkeit seiner Thesen insofern bewiesen, als sie nach 1945 ihn am eigenen Leibe spüren ließen, wie sehr ihre von ihm so bewunderte Kunst der geselligen Humanité auf die eigene Nation beschränkt sein kann.

Sie hatten ihm nicht vergeben, daß er bei Kriegsausbruch 1939 nicht in jenem Lande blieb, dessen Nationalität die Nationalität Gottes war. Statt dessen war er nach Berlin gereist. Dort hatte ihn Reichspressechef Dietrich mit Wonne begrüßt. Er wollte Sieburg, dem Heimgekehrten, als Soll pro Woche einen Artikel im "Reich" aufdrücken. Sozusagen als Reparation dafür, daß Sieburg bis dahin wegen intensiver Beschäftigung mit der Dritten Republik sich journalistisch nie dem Dritten Reich hatte zu widmen brauchen.

Sieburg wich mit Hilfe des Staatssekretärs Weizsäcker, den er noch aus seiner Kopenhagener Zeit kannte, ins Auswärtige Amt aus: er ging zur Brüsseler Gesandtschaft. Als die deutschen Armeen ihre Panzerkeile durch Belgien in Frankreichs Herz trieben, war Sieburg gerade auf Deutschland-Urlaub.

m Gefolge des Verständigungsbotschafters Abetz kehrte er nach Paris zurück. Eine offizielle Funktion übte Sieburg bald nicht mehr aus. Von Abetz mit Papieren ausgestattet, blieb er aber bis zum Spätherbst 1942 in seiner Pariser Wohnung. 1942 ging er endgültig nach Deutschland; vom Januar 1943 an arbeitete er in der Redaktion der "Frankfurter" bis zu deren Auflösung durch das Propagandaministerium am 1. September 1943. Beim Auslosen der Redakteure ("''Völkischer Beobachter'' links raus. ''Börsenzeitung'' rechts!") fiel er an die Börsenzeitung.

Deren Herausgeber hatte nach den Vorverhandlungen mit der ihm von Goebbels gesandten Journalisten-Primadonna nur noch einen Wunsch: ihn so selten wie möglich zu sehen. Den Gefallen tat ihm der abgemusterte Korrespondenten-Bestmann der "Frankfurter". Er verkroch sich zunächst in ein schwäbisches Nest.

Bei der alten Königin von Württemberg im Kloster Bebenhausen holten ihn dann 1946 die Franzosen ab. Für acht Monate verbannten sie ihren guten Freund in das nicht sehr amüsante Birkenfels an der Saargrenze. Es gab viele Verhöre. Aber kein Verfahren kam heraus, nicht einmal eine Entnazifizierung.

Ein französischer Freund in Baden-Baden half ihm nach Tübingen, wo Sieburg bis 1951 wohnen blieb. Das über ihn verhängte Schreibverbot dauerte aber noch bis 1948.

Das war die Zeit, zu der in Paris der Verleger Grasset vor Gericht stand, während sich in seiner Firma Maquis-Kommunisten häuslich einzurichten begannen. Grasset wurde vom Staatsanwalt vorgeworfen, er habe auch ein Buch des "Verräters" Sieburg verlegt. (Es handelt sich um "Gott in Frankreich?")

Daß ein Deutscher. nur weil er sich intensiv mit Frankreich befaßt und von seiner Lebensform viel angenommen hatte, nun als französischer Verräter in Anspruch genommen werden sollte, war eine weitere Bestätigung von Sieburgs eigenen Theorien über Frankreichs großartig einseitigen Monopolismus.

Das alles erregte ihn nicht, wohl aber die vollkommene Isolation, in die er sich, von den eigenen Landsleuten wie ein Aussätziger gemieden, bis 1948 versetzt sah.

Wohl aber auch die Beschwerde eines französischen Freundes darüber, daß er ihm bei einem kurzen Aufenthalt 1953 in Paris ausgewichen sei. Er hatte diesen Freund während der deutschen Okkupation nicht aufgesucht, um ihn nicht zu kompromittieren. Daß aber jener in den Jahren nach dem Kriege, als keine Gefahr mehr war, nicht einmal eine Zeile an Sieburg geschrieben hatte, das hatte ihn verbittert.

Nun schrieb er dem Franzosen in Hamburgs "Zeit" einen offenen "Brief nach Paris", in dem er sich in einem einzigen Ausbruch alles von der Leber redete, was sich dort an Gift gesammelt hatte: "Das Schauspiel der Denunziation, Verleumdung, Nachbeterei, der Feigheit und des Verrats, aus dem Ihre Geschichte in dem Augenblick bestand, als die Welt sich zu erneuern versprach, die elende Selbstzerfleischung Ihres Landes hat auch mich betroffen und mir auf eine jammervoll posthume Art gezeigt, daß ich offenbar ein Stück dieses Frankreich gewesen bin, das sich selbst ins Gesicht spie ... Ich bin ein Zeuge französischen Versagens und Irrens gewesen, freilich ein diskreter. ein wohlgesinnter Zeuge, aber ich habe zuviel gesehen.

"An diesem Zustand bin ich nicht unbeteiligt. Ihre Politiker machen lauter Dummheiten, Ihr ganzes öffentliches Leben ist uns verdächtig geworden, Sie kompromittieren heillos alle europäischen Möglichkeiten, Sie zanken und jammern, Sie stellen maßlose Ansprüche und verweigern die bescheidenste Leistung - , und trotzdem ist Ihr Ansehen noch nicht ganz zerstört. In den Boden des abendländischen Kulturgewissens ist die Saat der Achtung vor Frankreich für immer eingelassen, und auch ich habe ein Körnlein gesät, auch ich! Dafür hat Frankreich mich verfolgt, verleumdet, eingesperrt, schikaniert, hat sich jede Art von Übergriff und Unverschämtheit gegen mich erlaubt, hat mich mit Hilfe einer Horde anrüchiger Figuren jahrelang an jeder Tätigkeit gehindert, hat mir jede Schandtat öffentlich zugeschrieben (und mich unter vier Augen seiner heimlichen Sympathie versichert) und jedesmal hinzugefügt, daß ich froh sein könne, nicht noch Schlimmeres zu erleben.

"Ich habe ja nicht Eure humanistischen Triumphe, sondern auch Eure Skandale und Eure Korruption gesehen. Ich habe Euer Liebäugeln mit den totalitären Mächten gesehen, die modische Begeisterung für Hitler und seine Ordnung... Ich habe alles das gesehen, was schließlich zu der schmachvollen Niederlage von 1940 geführt hat... Ich war ein Zeuge!"

Der Zorn Sieburgs galt nicht so sehr dem einzelnen Manne als dem allzu sichtbaren Versagen einer Kultur, der Sieburg selber angehangen und die er in solchen Freunden manifestiert geglaubt hatte. Er zeigte die bittere Enttäuschung über die zersprungene Form. Die Zuneigung Sieburgs blieb freilich dem historischen Kunstwerk Frankreich, an dessen Betrachtung er sich nie sättigen konnte, ungetrübt erhalten.

An einem großen historischen Porträt versuchte sich Sieburg 1935 mit seinem "Robespierre"*). In der Nachfolge des Duff Cooperschen "Talleyrand" und des "Fouché" von Stefan Zweig gab er ein Geschichtsbild, bei dem sich die farbenfrohe Phantasie und psychologische Einfühlung des Schriftstellers mit der nachzeichnenden Gewissenhaftigkeit des tatsachengetreuen Historikers die Waage hielten. Doch wurden die Vorbilder nicht erreicht.

1953 lieferte er den besten Beweis für dieses Können, das, sowohl dem reinen Historiker wie dem Dichter versagt, dem homme de lettres vorbehalten ist, als er die "Kleine Geschichte Frankreichs"*) schrieb.

In gedrängter Fülle läßt Sieburg hier eine Geschichte als nationale Leistung vorüberziehen, den Gedanken seines "Gott in Frankreich?" getreu aber doch um ein Vierteljahrhundert Beobachtung und Erkennen weiter.

Das Fazit aus dem neunzehnten Jahrhundert vereinigt, beispielhaft für Sieburg, Licht und Schatten zu einem bewegten Bild: "Ja, damals begann Frankreich jene strahlenden kulturellen Schätze anzuhäufen, die ihm weit über die Zeit seiner Machtverluste hinaus einen Kredit gegeben und sich auch politisch als wertvoll erwiesen haben. Frankreichs Überzeugung, daß es für die ganze Menschheit richtungweisend sei und daß die Menschheit ihm mehr schuldig sei als den anderen Völkern, aus denen die Familie des Geistes besteht, dieser Glaube an seine Unentbehrlichkeit füllte sich in jenen Jahren mit echtem, unsterblichem Stoff, der sich als unverwüstlich erwiesen hat. Das ganze 19. Jahrhundert ist für Frankreich ein überströmend reiches Zeitalter gewesen, hat dem Lande fast unzerstörbare Freundschaften gewonnen und seiner Politik Unterstützung und Nachsicht verschafft bis auf dem heutigen Tag."

Was sich in "Unsere schönsten Jahre" privat-lyrisch gab, sieht im sachlicheren Stil des Geschichte schreibenden homme de lettres so aus: "Es war ein großer Anblick, von dem das mobilisierte Frankreich sich nassen Auges abwandte. Aber war nicht auch ein wenig Selbsttäuschung in dem Gefühl, daß der Krieg eine strahlende Entwicklung unterbräche, die sonst weitergegangen wäre? Vieles, was man für internationale Störungen und für deutschen Mutwillen gehalten hatte, war in Wirklichkeit die unaufhaltsame Veränderung der Welt. Frankreich ahnte, daß seine Industrie nicht Schritt hielt und daß seine Landwirtschaft eigensinnig auf der Stelle blieb... Den wachsenden Anforderungen des Staates begegnete es mit Feindseligkeit und listigem Egoismus. Der Sparstrumpf, dessen goldener Inhalt bald die ganze französische Wirtschaft lähmen sollte, wurde zum Symbol dieses passiven Widerstandes gegen die Staatsführung... Das Mißverhältnis zwischen seiner Rolle in der Welt und seinen physischen und wirtschaftlichen Mitteln begann zu wachsen. Es hatte angefangen, machtpolitisch ''über seine Verhältnisse zu leben''."

Die journalistische Alltagsarbeit Sieburgs gilt seit 1948 kaum noch französischen Themen.

Die fleißig über erlesenes blaues Papier gleitende englische Stahlfeder (die Schreibmaschine benutzt Sieburg nur zum Weinbestellen) dient vielmehr einer beweglichen Zeitkritik. In Hunderten von Artikeln in "Zeit" und "Gegenwart", in Vorträgen und Rundfunksendungen begann der inzwischen von Reinhold Maier zum Professor ernannte Sieburg seinen Krieg gegen die "Herdenseligkeit und den Gruppenfanatismus" und alles, was der "Ausschmückung des kommunalen Größenwahns dienlich ist".

In seiner Stuttgarter Dachwohnung aber kann er, abgesehen von seiner verwundeten Liebe zu Frankreich, den Gästen einen kostbaren Rest des Erbes seiner "schönsten Jahre" zeigen. Er kaufte sich einst von allem überschüssigen Geld Impressionisten, Vivins und Pieassos. Zwar kann er heute nicht mehr sagen, wie einst: "Diese Wand ist ''Gott in Frankreich'', jene ''Frankreichs rote Kinder'', die ist kleiner, das hat auch nicht soviel gebracht!", aber kostbar genug ist, was blieb.

Hinter seinem Schreibtischstuhl im kleineren Arbeitszimmer steht eine Wand voller Bücher, auf deren Rücken immer wieder der Name "Napoleon" auftaucht. Napoleon soll denn auch das Meisterstück werden, das Sieburg einst aus seinem Umgang mit Frankreichs Vergangenheit noch schmieden will.

GRENZEN DER NARRETEI

überschrieb die "Staatszeitung", das Sprachrohr der bayerischen Regierung, eine Leitartikel-Attacke auf den vom Gloria-Filmverleih am 16. Januar im Bayerischen Hof veranstalteten "Gloria-Ball", auf dem die Filmprominenz von A(mbesser) bis Z(iemann) fast vollständig vertreten war. Der Leitartikler der "Staatszeitung", Oberregierungsrat Deuerlein, kritisierte die "Protzereien gut verdienender Berufsstände", die in Deutschland "den Übermut der Gauleiter" abzulösen drohten. "Unsere Zeit hat Besseres zu tun als Prostitution und Korruption auf das Podest fragwürdigen Startums zu erheben." Drei Wochen später fand unter dem Protektorat des bayerischen Ministerpräsidenten der traditionelle Faschings-Wohltätigkeitsball statt, das Chrysanthemen-Fest im Deutschen Theater. Dazu hatte der Münchener Herzog-Filmverleih auf Veranlassung des Chrysanthemen-Festkomitees als besondere Attraktion eine "Starparade" organisiert, an der wieder - mit wenigen Ausnahmen - jene Filmprominenz von A(mbesser) bis Z(iemann) teilnahm, die sich von der "Staatszeitung" unter dem Sammelbegriff des "fragwürdigen Startums" angesprochen fühlen mußte, und Ministerpräsident Hans Ehard, 66, beugte sich über die Hand des jüngsten "Stars", der noch vom Jugendschutzgesetz behüteten 15jährigen Debütantin Romy Schneider-Albach (Bild).

*) Karl Epting, "Generation der Mitte". Verlag Bonner Universitäts-Buchdruckerei Gebr. Scheur GmbH., Bonn. 248 Seiten, 15,60 Mark. Dr. Karl Epting war vor dem Kriege Leiter des "Deutschen Akademischen Austauschdienstes" in Frankreich. Während der deutschen Besetzung wurde er als Chef des "Deutschen Instituts" in die Verständigungs-Offensive von Botschafter Otto Abetz einbezogen.*) Friedrich Sieburg. "Gott in Frankreich?" Ein Versuch. Societäts-Verlag, Frankfurt, 1931, 337 Seiten.*) Friedrich Sieburg. "Unsere schönsten Jahre. Ein Leben mit Paris." Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen und Stuttgart, 1950. 405 Seiten, 14,80 Mark.*) Friedrich Sieburg. "Blick durchs Fenster." Aus zehn Jahren Frankreich und England. Societäts-Verlag Frankfurt, 1939. 319 Seiten.*) Friedrich Sieburg. "Die rote Arktis", "Malygins" empfindsame Reise, Societätsverlag, Frankfurt, 1932. "Polen". Legende und Wirklichkeit, Societätsverlag, Frankfurt, 1934. "Portugal." Bildnis eines alten Landes, Societätsverlag, Frankfurt, 1937. "Afrikanischer Frühling". Eine Reise. Societätsverlag, Frankfurt, 1938. "Die stählerne Blume". Eine Reise nach Japan. Societätsverlag, Frankfurt, 1940. "Geliebte Ferne". Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen, 1952, 448 Seiten, 14,80 Mark.*) Friedrich Sieburg. "Robespierre". Societätsverlag, Frankfurt. Neudruck 1949 im Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen. 352 Seiten, 5,50 Mark.*) Friedrich Sieburg. "Kleine Geschichte Frankreichs", Verlag Heinrich Scheffler, Frankfurt, 1953. 192 Seiten, 6,80 Mark.

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