Hans Grimm

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Hans Grimm

Hans Grimm (1875-1959) war ein deutscher Schriftsteller und Verleger.

Hans GrimmHans Grimm

Hans Grimm wurde am 22.3.1875 in Wiesbaden geboren. Seine schriftstellerischer Begabung zeigte sich bereits im Alter von zwölf Jahren und nach der Erlangung der Hochschulreife studierte er, seiner Neigung folgend, ab 1894 in Lausanne Literatur. Auf Drängen seines Vaters brach Hans Grimm das Studium jedoch nach Jahresfrist ab, absolvierte bis 1897 eine kaufmännische Ausbildung in London und nahm 1897 eine Stellung als Importkaufmann in Port Elisabeth, Südafrika an. Ab 1901 machte er sich in dieser Funktion und als Agent der Deutschen Ost-Afrika-Linie in East London selbständig, farmte und schrieb nebenher sein Erstlingswerk Die Grobbelaars (1907). Nach dreizehn Jahren Aufenthalt in Südafrika kehrte Hans Grimm 1910 nach Deutschland zurück, um sich ausschließlich der Schriftstellerei zu widmen. Im Auftrag einer deutschen Tageszeitung bereiste er schon bald als Korrepondent die deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika und nahm, nach seiner Rückkehr, neben der schriftstellerischen Arbeit, das Studium der Staatswissenschaften in München auf. 

1911 heiratete Hans Grimm und zog mit seiner Ehefrau Marie nach Hamburg. 1913 und 1916 erschienen seine ersten Novellen aus dem Themenbereich Süd- und Südwestafrika. 1916 wurde Grimm zum Kriegsdienst eingezogen und wurde, nach einigen Fronteinsätzen, als Dolmetscher und, ab 1917, als Autor für eine Auftragsarbeit des Reichskolonialamts eingesetzt. Diese erschien 1918 unter dem Titel Der Ölsucher von Duala. Nach Kriegsende erwarb Hans Grimm ein Herrenhaus im an der Oberweser gelegenen Ort Lippoldsberg. Hier entstand sein Roman Volk ohne Raum, an dem Hans Grimm von 1920 bis 1925 arbeitete und der bereits während der Weimarer Republik große Erfolge und Anerkennung erlebte. 1927 verlieh ihm die Universität Göttingen die Ehrendoktorwürde und die Stadt Frankfurt, im Jahr 1932, den Goethe-Preis. Nach dem Regierungsantritt der NSDAP wurde der Roman Volk ohne Raum auf die Liste der schulischen Pflichtlektüre gesetzt und Hans Grimm zum Mitglied des Präsidialrats der Reichsschrifttumskammer und Senator der Deutschen Akademie der Dichtung ernannt. 

Trotz dieser Würdigung trat der nationalkonservative Hans Grimm nie der NSDAP bei und blieb, mit einer ihm eigenen Beharrlichkeit, den eigenen Wertemaßstäben verbunden. Von ihm ins Leben gerufen, hielt Hans Grimm in den Jahren von 1934 bis 1939 hielt, die bekannten und stark besuchten Lippoldsberger Dichtertage ab, zu denen prominente Schriftsteller wie Paul Alverdes, Werner Beumelburg, Rudolf G. Binding, Bruno Brehm, Hans Carossa, Margarete Dierks, Edwin Erich Dwinger, Eberhard Wolfgang Möller, Joachim von der Goltz, Moritz Jahn, Börries von Münchhausen, Hans Ulrich Rudel, Ernst von Salomon, Rudolf Alexander Schröder und August Winnig anreisten. 1935 wurde Hans Grimm, nach fortgesetzter Kritik an der noch neuen nationalsozialistischen Regierung, aus der Reichsschrifttumskammer entlassen und, nach einer ernsten Konfrontation mit Josef Goebbels im Jahr 1938, seine Lippoldsberger Dichtertage ab 1939 untersagt. Die Bücher des nun zurückgezogen arbeitenden Autoren, wurden weiterhin und ohne Einschränkung verlegt. 

Nach dem Krieg verteidigte Hans Grimm die nationalsozialistische Bewegung in ihren Ursprüngen in zwei seiner Publikationen, über die in der Folge zahllose Kommentare, Deutungen und Kritiken geschrieben und geäußert wurde. 1949 lud Hans Grimm zur ersten, sehr erfolgreichen Nachkriegsveranstaltung der Lippoldsberger Dichtertage ein, zu dem bis zu 3000 Besucher kamen und über die landesweit berichtet wurde. Im Jahr 1951 gründete Hans Grimm den Klosterhausverlag Lippoldsberg und stellte sich als Kandidat der nationalkonservativen Deutschen Reichspartei für die Bundestagswahlen 1953 aufstellen, die jedoch an der 5%-Hürde scheiterte. Am 27.9.1959 verstarb Hans Grimm in Lippoldsberg. Seine Urne ist im Kreuzgang des ehemaligen Klosters, zu dem sein Herrenhaus einst gehörte, beigesetzt. Seine Tochter, Dr. Holle Grimm (1909-2009), setzte die Lippoldsberger Dichtertage noch bis 1981 und den Klosterhausverlag Lippoldsberg bis 2008 fort.

 

Literatur von Hans Grimm:

  • Die Grobbelaars (1907)
  • Südafrikanische Novellen (1913)
  • Der Gang durch den Sand und andere Geschichten aus südafrikanischer Not (1916)
  • Der Ölsucher von Duala.
  • Ein Tagebuch (1918)
  • Die Olewagen-Saga (1918)
  • Volk ohne Raum (1926)
  • Die dreizehn Briefe aus Deutsch-Südwest-Afrika (1928)
  • Das deutsche Südwester-Buch (1929)
  • Der Richter in der Karu und andere Geschichten (1930)
  • Utz Himmelreichs Schlüssel. Tod durch Feuer. Zwei Geschichten (1930)
  • Die Geschichte vom alten Blute und der ungeheueren Verlassenheit (1931)
  • Der Schriftsteller und die Zeit. Bekenntnis (1931)
  • Von der bürgerlichen Ehre und bürgerlichen Notwendigkeit (1932)
  • Was wir suchen, ist alles. Drei Novellen (1933)
  • Lüderitzland. Sieben Begebenheiten (1934)
  • Geschichten aus Südwest-Afrika (1951)
  • Bücher in meinem Leben (1935)
  • Ein englischer Aufsatz, der Geschichte wurde. Eine Mitteilung (1935)
  • Wir von der Weser. Festschrift (1935)
  • Amerikanische Rede (1936)
  • Der Elefanten Wiederkehr (1936)
  • Südafrikanische Gestalten. Zwei Erzählungen (1936)
  • Glaube und Erfahrung. Sätze aus den Werken von Hans Grimm (1937)
  • Englische Rede. Wie ich den Engländer sehe (1938)
  • Die drei lachenden Geschichten (1939)
  • Der Leutnant und der Hottentott und andere afrikanische Erzählungen (1939)
  • Novellen aus Südafrika (1942)
  • Der Schultheiß (1942)
  • Die Dirne auf dem Felde (1943)
  • Die Erzbischofschrift. Antwort eines Deutschen (1950)
  • Rückblick (1950)
  • Leben in Erwartung. Meine Jugend (1954)
  • Warum, woher, aber wohin? (1954)
  • Erkenntnisse und Bekenntnisse (1955)
  • Gedichte vielerlei Herkunft, als irdische Losungen für werktätige Menschen (1957)
  • Mordenaars Graf (1958)
  • Suchen und Hoffen. Aus meinem Leben 1928 bis 1934 (1960)
  • Afrikanische Dramen (1973)
  • Der kornische Mord (1974)

 

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